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Das Fest der Sensa in Venedig

Die Stadt Venedig vermählt sich mit dem Meer!

Das Fest der Sensa wird am Sonntag nach Christi Himmelfahrt gefeiert und ist kulturell und geschichtlich ein Fest der Venezianer. Das Fest ist eine antike Feier aus der Zeit der Serenissima, im Laufe der Zeit verknüpften sich Religion, Geschichte und Mythos und führten zur symbolischen Vermählung Venedigs mit dem Meer.

Viele nennen das Fest deshalb auch das Fest des Meeres, das Fest der Sensa findet am dritten Sonntag im Mai statt, die Stadtverwaltung, das Assessorat für Tourismus, das Komitee für das Fest der Sensa und die Koordination der Rudervereine organisieren gemeinsam eine lange und farbenprächtige Prozession mit Booten, welche am Markusplatz startet und im Hafen von San Nicolò (am Lido)endet, wo der historische Ringwurf ins Wasser stattfindet, das Siegel der Verbindung zwischen der Lagune und ihrer Stadt.

In der Vergangenheit fand gleichzeitig die berühmte Messe der Sensa statt, ein europäisches zweiwöchiges Ereignis, bei dem Textilien, Bilder und seltene Exponate ausgestellt wurden. Die zwei wichtigsten historischen Ereignisse, die im Laufe der Jahrhunderte ihren Beitrag zum Fest gegeben haben, sind die militärischen Siege, welche den Glanz und die Größe der Serenissima unterstrichen haben. Der erste Sieg geht auf das Jahr 1000 zurück, der Doge zog aus, um die Stadt Dalmatien vor dem Angriff kroatischer Piraten zu verteidigen. Der Sieg Venedigs verhalf der Adria zu wirtschaftlicher Freiheit, die für die Republik Venedig äußerst gewinnbringend war. Hundertsiebenundsiebzig Jahre später gab es einen weiteren großen Sieg, dabei handelte es sich um einen diplomatischen Sieg, der den Venezianern Grund zum Feiern gab: dem Dogen gelang es die Reibereien zwischen Friedrich Barbarossa und dem damaligen Papst, Alexander dem Dritten beizulegen. Letzterer legitimiert als Belohnung die Vorherrschaft Venedigs über das Meer.

Wer hätte je gedacht, dass Wasser und Ufer eine großartige Hochzeit feiern können? In Venedig ist alles möglich. Vor allem wenn es sich beim Wasser um den Golf der Lagune handelt und das Ufer das Ufer jener Stadt ist, die von Touristen aus der ganzen Welt umschwärmt wird. Und diese Verbindung hält nun schon tausend Jahre - nicht schlecht für diese Zeiten! Nicht schlecht ist auch die Tatsache, dass der Jahrestag dieser Hochzeit jedes Jahr püktlich gefeiert wird, mit einer großartigen und feierlichen Prozession.

Es handelt sich um das Fest der Himmelfahrt, "sensa" auf venezianisch. Am siebten Sonntag nach Ostern erneuert der Bürgermeister die Vermählung mit dem Meer, dabei befindet er sich an der Spitze eines luxuriösen und unendlichem Bootszug, die nur durch Ruder angetrieben werden dürfen, die Leute tragen dabei traditionelle Kostüme. Vom Markusplatz bis zum Lido wartet die Menschenmenge an den Ufern auf den Höhepunkt der Veranstaltung: der Ring wird ins Meer geworfen.

Dadurch wird die Erinnerung an die berühmte Hochzeitfeier wachgehalten, als der Ring genauso vom Dogen ins Wasser geworfen wurde. Bequem auf dem pompösen Thron am Heck des Bucintoro, versammelte das Oberhaupt der Serenissima neunzig der höchsten Persönlichkeiten der Republik auf seinem im Inneren mit rotem Samt ausgekleideten Boot, diese konnten das herrliche Panorama aus 45 Fenstern bewundern. "Berechtigung das Meer zu vermählen" dieses Vorrecht gab die Serenissima dem Papst, dadurch erhielt die Stadt die internationale Proklamation der absoluten Hegemonie der Stadt.

Nach dem Exkurs in die Vergangenheit erreicht der Zug die Kirche San Nicolò und vereinigt sich zu einer feierlichen Messe, bei der die Vermählung erneuert wird, diese den Nicht-Venezianern so fremde Hochzeit ist den Venezianern um so lieber.